Die STM geht steil …

Größte Baustelle Europas

… auf der Teststrecke in Immendingen. Die Bauarbeiten für das Prüf- & Technologiezentrum der Daimler AG haben mit dem Spatenstich Anfang 2015 auf einem ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr begonnen. Schrittweise werden die fertiggestellten Prüfmodelle in Betrieb genommen. Seit 2015 finden Erprobungen auf der so genannten Schlechtwegverschmutzungsstrecke statt. Inzwischen sind deutliche Baufortschritte bei der Messgeraden, der Bertha-Fläche und auch dem Ovalrundkurs erkennbar.

Wir durften am Bau der Steilkurve, auf der 520 Hektar großen Fläche, mitwirken. Diese einmalige Steilkurve ist in jeder ihrer drei Dimensionen gekrümmt und macht diese zu einem denkbar komplizierten Gebilde. Mit Hilfe von einer Spezialmaschine wurde dieser 4,1 Kilometer lange Ovalrundkurs gefertigt. Diese Maschine gibt es nur zwei Mal auf der ganzen Welt und musste mit 30 Transportern in Einzelteilen zum Standort geliefert werden. Die Bereitstellungszeit einer solchen Maschine beträgt 5 Wochen.

Dieser Steilkurvenfertiger macht es möglich, dass insgesamt drei Tragschichten den Unterbau der Fahrbahn bilden. Auf diesen Unterbau folgen nochmals 9 cm Asphalttragschicht, 5cm Asphaltbindeschicht und 4 cm Asphaltdeckschicht, zwischen diesen drei Schichten wird immer zusätzlich noch eine Asphaltbetonschicht verarbeitet. Der verarbeitete Asphalt wurde vor dem Einbau im eigenen Labor vor Ort geprüft und freigegeben.

Nicht nur unser Auftraggeber SMB (Strabag & Max Bögl) wurde vor neue Aufgaben bezüglich dem Spezialfertiger gestellt, sondern auch die STM musste sich Gedanken machen. Eine Spezialanfertigung für den Spritzbalken unseres Rampenspritzgerätes ermöglicht es uns, auch im Kurvenbereich der Steilkurve zu arbeiten.

Daimler investiert rund 200 Millionen Euro in das Prüf- und Technologiezentrum Immendingen. Dort sollen in Zukunft insgesamt 300 Mitarbeiter die vier strategischen Zukunftsfelder Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared) und elektrische Antriebe (Electric) weiterentwickeln. Damit ist Immendingen ein wichtiger Daimler-Standort für die Mobilität der Zukunft. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Geländes ist für 2018 geplant.

Projekt Details

  • Jahr: 2017

  • Leistung: Sanierungsarbeiten, Erhaltungsbauweise

SCHLOSS WEITENBURG

Schon vor der Haustür schick

Vorzeigeprojekt – Schwäbisches Tagblatt vom 01.04.2017

Zu einem Schloss gehören repräsentative Parkplätze. Die von der Weitenburg bekamen nun einen Splitt-Bitumen-Belag.
Was haben Lachstatar mit Kaviar und gebackene Kalbspralinen mit Straßensanierung zu tun? Wenn ein Schlossherr und der Geschäftsführer eines traditionsreichen, da 107 Jahre alten, Unternehmens zusammenkommen, können die Häppchen das Profane versüßen. Baron Max-Richard von Rassler, Hausherr des Schloss‘ Weitenburg, hatte zur Präsentation der neu belegten Parkplätze geladen. Zwar fanden die Bauarbeiten schon im vergangenen Herbst statt, doch die neugestalteten Flächen sollten erst beweisen, dass sie Schnee und Starkregen trotzen.
Denn bei flüchtiger Betrachtung liegt dort Splitt auf festem Grund, schutzlos durchdrehenden Reifen beim Kavaliersstart ausgeliefert. Das Besondere an dem neuem Belag sei der Aufbau, erklärte Jan Harbrecht, Geschäftsführer der Süddeutschen Teerindustrie GmbH aus Malsch (STM). Der Teer steckt zwar noch im Namen des Unternehmens. Bei Sanierungsarbeiten hat die Firma ihn jedoch seit Jahren durch Bitumen ersetzt.
Drei Schichten Bindemittel und Splitt legten Spezialfahrzeuge auf den Parkplätzen übereinander. Die dünn aufgetragene Splittschicht lässt kaum Reifenspuren erkennen. Die Granitstreusel wirken vielmehr wie gebunden. „Da wird nichts mehr schlammig oder matschig“, sagte Harbrecht.
Schlossbesucher müssen sich bei Regenwetter nicht mehr um die edlen Lederslipper oder die Pfennigabsatz-Pumps sorgen. Sorgt sich jetzt nicht der Hausherr, dass Steinkörnchen den edlen Parkettboden im Schloss verkratzen? „Die Steine sind bis zum Haus abgefallen“, sagt Rassler. Für den Schlosshof wäre der Belag allerdings nicht geeignet.
Die Parkplätze behalten durch den neuen Belag die vorher schon vorhandene Kiesstraßen-Optik. Das war ein wichtiger Aspekt bei der Sanierung. Das Obermaterial sollte zum Schloss-Ambiente passen. Das Geräusch von knirschendem Kies ist da eine willkommene Dreingabe. Je breiter die Reifen, desto eindrucksvoller. Asphaltierte Schloss-Parkplätze konnte sich keiner der Beteiligten vorstellen.
Gar nicht geeignet ist der Belag allerdings für Motorradfahrer. Zweiräder rutschten weg wie bei Glatteis, sagte Harbrecht. Dennoch eigne sich diese Oberflächenbehandlung für Feld- und Forstwege sowie Golfplätze und Parks. In Städten und auf Plätzen komme das gestalterische Element hinzu. Denn den Kies gibt es in vielen Farbschattierung von Weiß bis Schwarz. Bei der Weitenburg ist er anthrazitfarben.
Starzachs Bürgermeister Thomas Noe hat schon einige Ideen, wo sich der Belag in der Gemeinde noch gut machen könnte. Ingenieur Paul Gauss hatte Fragen zu Kosten, Wasserdurchlässigkeit und Randbefestigung. Über all diese Dinge ließ sich wunderbar bei einem kühlen Glas Weißwein „Edition Freiherr von Rassler“ parlieren. Nun kamen auch der Lachstatar und die gebackenen Kalbspralinen ins Spiel.
Zeitgleich mit dem neuen Parkplatzbelag bekam das Schloss Weitenburg auch Glasfaseranschluss. „Die Weitenburg bewegt sich nach vorn“, sagte von Rassler.

Max-Richard von Rassler, Schlossbesitzer über die Modernisierung der Burg:
„Die Parkplätze beim Schloss Weitenburg haben einen neuen Belag bekommen: Matschfrei und dem Ambiente angepasst. Das bisher wenig verbreitete Auftragverfahren interessierte Bürgermeister Thomas und die Ingenieure Paul und Fabian Gauss, Schlosstechniker Frank Schmitt, Baron Max-Richard von Rassler und STM-Geschäftsführer Jan Harbrecht

Bild: Bernhard

Projekt Details

  • Jahr: 2017

  • Leistung: Sanierungsarbeiten, Erhaltungsbauweise